Aktuelle Ausstellungen

6. September 2016 – 1. September 2017
Mittenmang & Tolerant –
150 Jahre Neue Synagoge

AusstellungMittenmang-tolerant

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Zierde der Stadt

Um den Anforderungen der schnell wachsenden Jüdischen Gemeinde Berlins gerecht zu werden, baut Eduard Knoblauch 1856 die „Große Synagoge“ in der Heidereutergasse 1856 um.

Bald stellt sich jedoch heraus, dass die Plätze noch immer nicht reichen. Erneut wird Knoblauch beauftragt, diesmal mit dem Bau einer „Neuen Synagoge“ in der nahe gelegenen Oranienburger Straße. Sie soll  den „veränderten Verhältnissen, der Größe, der Bedeutung und dem Reichthum der Jüdischen Gemeinde Berlins“ entsprechen.

Neue Synagoge_Ausmalung der Ostwand
Am 17. Mai 1859 beginnen mit dem ersten Spatenstich die Arbeiten auf dem 1.770 m2 großen Baugelände. Zwei Jahre später, Mitte Juli 1861, wird Richtfest gefeiert, 1863 ist der Rohbau beendet. Im März 1866 findet die erste Beleuchtungs-, Gesangs- und Redeprobe statt.

Am 5. September 1866 wird die „Neue Synagoge“ feierlich eingeweiht. Das Gotteshaus erhebt sich in der Oranienburger Straße mit einer Front von 92 Fuß (28,87 m) und einer Tiefe von 308 Fuß (96,66 m). Die eigentliche Hauptsynagoge hatte eine Länge von 143 Fuß (44,88 m) und eine Breite von 126 Fuß (39,54 m).

 

Neue Synagoge_Fotografie Aluminiumabzug auf Karton_ca. 1870_verkl

Neu ist auch ein reformierter Ritus: Neben verschiedenen Änderungen im Gebetstext wurde dieser auch zu Gunsten der Einführung deutscher Gebete gekürzt. Erbitterten Streit gibt es um die Einführung einer Orgel.

Die meisten Besucher sind durch den „maurischen“ Baustil und die orientalisch anmutende Ausstattung beeindruckt. Antisemiten empfinden ihre Pracht als Provokation.

Für zahlreiche Juden wird die „Neue Synagoge“ zu einer Stätte der Einkehr, der Andacht und des Gebetes, und sie bleibt dies 74 Jahre lang. Am 30. März 1940 findet der letzte Gottesdienst statt.

7. Oktober 2016 – 30. April 2017
„Berlin lebt auf!“
Die Fotojournalistin Eva Kemlein (1909-2004)

 ©Stiftung Stadtmuseum Berlin

Eva Kemlein, Berlin, Sommer 1945 © Stiftung Stadtmuseum Berlin

©Stiftung Stadtmuseum Berlin

Schwarzmarkt, Berlin, Sommer 1945 © Stiftung Stadtmuseum Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie war die Chronistin des Berliner Nachkriegs- und Theaterlebens. Als Bildjournalistin der Berliner Zeitung, deren erste Ausgabe 1945 die Überschrift „Berlin lebt auf!“ trug, prägten Eva Kemleins Bilder von Überlebenden – sie selbst hatte die Nazizeit als Jüdin versteckt in Berlin überstanden  – das Gedächtnis der Nachkriegszeit. 1950 dokumentierte sie das Berliner Stadtschloss vor seiner Sprengung.

Fast 50 Jahre lang, seit Sommer 1945 bis kurz vor ihrem Tod im August 2004, fotografierte Eva Kemlein das Theaterleben in Berlin, vor allem die Inszenierungen am Deutschen Theater. Unerreicht sind ihre Porträtaufnahmen von Ernst Busch, von Heiner Müller sowie von Helene Weigel als „Mutter Courage“ in Bertolt Brechts Berliner Ensemble.

Eva Kemlein war eine Reisende zwischen den Welten, sie lebte in Westberlin und fotografierte vornehmlich an den Ost-Berliner Bühnen. So ist die Ausstellung im Centrum Judaicum in Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum, wo sich ihr gesamter künstlerischer Nachlass befindet, auch die Schau eines außergewöhnlichen Lebens zwischen Ost und West.

Flyer zur Ausstellung als PDF

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