Veranstaltungen, Veranstaltungsarchiv

Dienstag, 28. Februar, 20.00 Uhr
Kafka geht ins Kino (II) „Nachmittag Palästinafilm“
Filmvorführung: Shiwath Zion

 

 

 

„Nachmittag Palästinafilm.“ liest man, datiert auf den 23. Oktober 1921, in Kafkas Notizbuch.
Auf Betreiben der zionistischen Zeitschrift „Selbstwehr“ wurde in einer geschlossenen Vor-
führung im Prager Kino „Lido-Bio“ der heroische Aufbruchsfilm „Shiwath Zion“ (Rückkehr
nach Zion) gezeigt. „Hauptsächlich gilt es ja für die Durchschnittsmasse der Juristen, dass
sie erst zu Staub zerrieben werden müssen, ehe sie nach Palästina dürfen, denn Erde braucht
Palästina, aber Juristen nicht“, schreibt Franz Kafka indes 1921 in einem Brief an Robert
Klopstock. Aber auch wenn Kafka zum Zionismus in einem ambivalenten Verhältnis stand,
so zwang ihn doch der zunehmende Antisemitismus in Prag, sich ernsthaft mit dem Ge-
danken der Auswanderung auseinanderzusetzen: „Ist es nicht selbstverständlich, dass man von
dort weggeht, wo man so gehasst wird (Zionismus oder Volksgefühl ist dafür gar nicht nötig)?“
Im Anschluss an den Film diskutiert Hanns Zischler mit Anja Siegemund, Leiterin des Centrum
Judaicum, und Stewart Tryster, ehemaliger Leiter des Steven Spielberg Jewish Film Archives,
Jerusalem.

In Kooperation mit der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

Comments are closed.