Vergangene Ausstellungen

Vom Bosprous an die Spree: Türkische Juden in Berlin

04/02/2010 – 15/08/2010

Mit der Entwicklung Berlins zur Großstadt im 19. Jahrhundert ließen sich immer mehr Juden in Berlin nieder. Seit 1890 waren unter den Zuwanderern auch Juden, die aus dem Osmanischen Reich stammten, die meisten von ihnen aus der späteren Türkei. Deutschland und die Türkei unterhielten gute politische und wirtschaftliche Beziehungen und beide Länder förderten gegenseitige Migration.

Um 1920 lebten ungefähr 500 Juden türkischer Staatsangehörigkeit in Berlin: Schon 1911 hatten sie ihre eigene Synagoge gegründet, in der Gottesdienste in der Tradition der ursprünglich aus Spanien stammenden Juden abgehalten wurden.

Das Centrum Judaicum geht in einer Kabinettausstellung ausgesuchten Lebenswegen von jüdischen Türken in Berlin nach.

Wir wissen, dass mehr als 100 Mitglieder des im Jahre 1905 entstandenen Israelitisch-Sephardischen Vereins zu Berlin, zu dem auch die Synagoge gehörte, während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Die Überlebenden der Schoa zogen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges überwiegend nach Israel oder nach Frankreich.

Seit April 2006 gibt es unter dem Dach der Jüdischen Gemeinde zu Berlin wieder eine Synagoge, in der nach sefardisch-jüdischer Tradition gebetet wird.

Wir danken für die finanzielle Unterstützung dem Bundesministerium des Inneren und der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten.

Zur Ausstellung bietet das Centrum Judaicum mit finanzieller Unterstützung der Barmer, für interessierte Erwachsenengruppen sowie Schülergruppen ohne besondere Vorkenntnisse 30minütige Überblicksführungen zur Ausstellung an. Sie leiten ein anschließendes Selbststudium der einzelnen Ausstellungsteile ein. Bei Bedarf kann ein moderiertes Nachbereitungsgespräch gebucht werden, in dem Fragen beantwortet und Themen der Ausstellung diskutiert werden können.

 

Lehrer der der Sekundarstufen I und II können auch Schwerpunktführungen buchen, in denen die Themen „Flucht“, „Verfolgung“ und „Identität“ eine Vertiefung erfahren. Anhand zusätzlicher Quellen wird das Schicksal eines in der Ausstellung vorkommenden jungen Mannes nachgezeichnet. Im Anschluss können ausgewählte Quellen von den Schülern in Stillarbeit bearbeitet werden. Die Auswertung erfolgt vor Ort in einem Nachbereitungsgespräch durch den Referenten später oder durch die Lehrkräfte im Unterricht. Fragen und Quellen sind auf die Sekundarstufe I oder II abgestuft. Beide können gegen eine Schutzgebühr im Klassensatz erworben werden.

Die Schwerpunktführungen sind etwas länger als die Überblicksführung, ein Nachbereitungsgespräch dauert ungefähr 45 Minuten.

Wir freuen uns auf Sie!

Buchungen und Rückfragen unter Tel. 030 – 88028316 oder s.kuznicki@centrumjudaicum.de

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