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06.11.2019,19.00 Uhr
Eröffnung der Kunstausstellung ?!Angekommen?!

In den Jahren 1991 bis 2004 wanderten ca. 200.000 sowjetische Juden als sogenannte „Kontingentflüchtlinge“ in die Bundesrepublik Deutschland ein. Für die Einwander*innen war es Flucht vor institutionellem Antisemitismus und politischer sowie wirtschaftlicher Unterdrückung. Für die Bundesrepublik bedeutete es die Möglichkeit, die durch die Shoah fast vollkommen ausgelöschten jüdischen Gemeinden zu „revitalisieren“.

Nach dem sogenannten Königssteiner Schlüssel wurden Migrant*innen, auf die Bundesländer verteilt, ohne allerdings darauf zu achten, ob in den jeweiligen Regionen überhaupt noch jüdische Gemeinden und Strukturen bestanden. Die Frage der „Integration“ in die deutschsprachige Mehrheitsgesellschaft sowie in das religiöse jüdische Leben, das in der Sowjetunion unterdrückt wurde, blieb im allgemeinen den jüdischen Gemeinden überlassen. Dies bedeutete eine enorme Herausforderung in Anbetracht der Anzahl und der großen Verschiedenartigkeit der Zuwander*innen.

Soziale Ungewissheit, sprachliche und berufliche Barrieren, sowie auch Erfahrungen mit Ausgrenzung bestimmten und bestimmen häufig das Leben vieler jüdischer Migrant*innen.

Die Ausstellung „?!Angekommen!?“ bietet einen Einblick in die Vielfalt jüdischer Selbstbehauptung und künstlerischen Ausdrucks und widmet sich vielen offenen Fragen, die sich jüdische Künstler*innen heute in Deutschland stellen. Dabei geht es auch um Erfahrungen von Sprachlosigkeit und Unsichtbarkeit im allgemeinen Diskurs um Migration, Flucht und Zugehörigkeit.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage nach dem „Angekommen sein“ in Deutschland, die sich die Darsteller*innen jüdischer Lebenswelten in einer von Fremdbildern bestimmten Debatte immer wieder stellen müssen. Es ist letztlich die Frage, was bedeutet es jüdisch zu sein in Deutschland und, ob die Entscheidung in Deutschland zu leben, richtig gewesen war angesichts erstarkendem Antisemitismus und Rechtspopulismus.

Ausstellung im Rahmen der Jüdischen Kulturtage 2019

In Kooperation mit den Jüdischen Kulturtagen.

Ort:

Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Ausstellungsräume
Oranienburger Str. 28/30 10117 Berlin

Bitte planen Sie Zeit für die Einlasskontrolle ein.

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