Führungen

1. Tohuwabohu unter der Kuppel! Einmal quer durch die Synagoge und das jüdische Berlin von 1866 bis heute.

„Woher kann der Pope Hebräisch?“ lässt Sammy Gronemann in seinem 1920 erstmals veröffentlichten Roman „Tohuwabohu“ Jossel Schlenker aus Borytschew während eines Besuchs in der Neuen Synagoge in der Spandauer Vorstadt fragen. Jossels Erstaunen und einer Antwort auf der Spur, werden wir uns in dieser Überblicksführung wahlweise in 60 oder 90 Minuten gemeinsam einen Weg durch viele Geschichten bahnen, die sich in der Oranienburger Straße zugetragen haben und die von geöffneten Pforten und Ruinen, von Hochzeiten und mutigen Polizisten, Propheten und Rabbinerinnen, von Hoffnung und Zerstörung handeln. Immer geht es dabei um Ambivalenzen, Perspektivwechsel, Selbst- und Fremdbestimmung.
Zum Überblick gehört im Sommer auch die Aussicht von der Goldenen Kuppel über Berlins Mitte.
Wir freuen uns auf alle Liebhaber*innen von Ordnung und Chaos.

Dauer: 60 oder 90 Minuten

Kosten:

    • Gebühr pro Führung 60 Minuten deutsch- und fremdsprachig 60 € / ermäßigt 43 €
    • Gebühr pro Führung 90 Minuten deutsch- und fremdsprachig 90 € / ermäßigt 65 €
    • zzgl. Eintritt pro Person 7,00 € / ermäßigt 4,50 € / Schüler*innen im Klassenverband 2 €

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2. Was passiert(e) in einer Synagoge? Ritualgegenstände, Geschichten, Objekte.

Die Neue Synagoge Berlin in der Oranienburger Straße wurde 1866 eröffnet und war damals einer der berühmtesten jüdischen Sakralbauten in Deutschland. Neu für eine Synagoge waren z.B. die Orgel, der gemischte Chor, ein Gebetbuch auch auf Deutsch und in den 1930ern Jahren die weltweit erste Rabbinerin. Auch heute wird ein Raum des noch erhaltenen Gebäudeteils als Synagoge genutzt, und auch die dort beheimatete Beterschaft bringt in vielen Bereichen Neuerungen in die Traditionen ein. In einer Stunde erforschen wir sowohl die aktuell genutzte Synagoge als auch die Dauerausstellung und beschäftigen uns dabei mit den Fragen von Tradition und Moderne und wollen klären, warum es in der Neuen Synagoge im 19. Jahrhundert Frauenemporen gab, was eine Mesusa ist und welche Texte in der Tora zu finden sind; aber auch überlegen, ob und wie man wohltätig sein soll und ob Haifischflossensuppe koscher ist.
Herzlich eingeladen sind alle Neugierigen von 5 bis 120.

Dauer: 60 oder 90 Minuten

Kosten:

    • Gebühr pro Führung 60 Minuten deutsch- und fremdsprachig 60 € / ermäßigt 43 €
    • Gebühr pro Führung 90 Minuten deutsch- und fremdsprachig 90 € / ermäßigt 65 €
    • zzgl. Eintritt pro Person 7,00 € / ermäßigt 4,50 € / Schüler*innen im Klassenverband 2 €

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3. Die Neue Synagoge im Nationalsozialismus.

Ganz unterschiedliche Aspekte, die jüdisches Leben in Berlin während des Nationalsozialismus bestimmten, werden in der Neuen Synagoge und in der Dauerausstellung deutlich. Gemeindeaktivitäten nach 1933 erzählen von Selbstbehauptung und Widerstand, jüdische Berliner*innen wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, und emigrierten. Andere wurden verhaftet, deportiert und ermordet. Im Oktober 1942 wurden hier über 500 Mitarbeiter der Gemeinde von der Gestapo zur Deportation nach Theresienstadt bestimmt. Das Gebäude selbst wurde im November 1938 noch durch das Eingreifen mutiger Polizisten vor der Zerstörung bewahrt, aber später ebenso wie das im Haus untergebrachte Gemeindearchiv von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke genutzt. Der „Ner tamid“ der ehemaligen Synagoge (das Ewige Licht, das in jeder Synagoge göttliche Präsenz symbolisiert), zeugt in der heutigen Ausstellung von Zerstörung und Überdauern.
Die Führung richtet sich v.a. an Schüler*innen ab der 9. Klasse und Erwachsene.

Dauer: 60 oder 90 Minuten

Kosten:

    • Gebühr pro Führung 60 Minuten deutsch- und fremdsprachig 60 € / ermäßigt 43 €
    • Gebühr pro Führung 90 Minuten deutsch- und fremdsprachig 90 € / ermäßigt 65 €
    • zzgl. Eintritt pro Person 7,00 € / ermäßigt 4,50 € / Schüler*innen im Klassenverband 2 €

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4. Von der Ruine zum Museum. Geschichten vom Wiederaufbau.

Seit 1991 strahlt der Davidstern wieder weit sichtbar auf der Goldenen Kuppel. Nicht mehr sichtbar sind große Teile des einstigen Hauptraumes der Neuen Synagoge, der bis zu 3.200 Menschen Platz bot. Diese Führung beschäftigt sich mit den architektonischen Besonderheiten der von Eduard Knoblauch und Friedrich August Stüler entworfenen Neuen Synagoge. Gleichzeitig werden bei diesem einstündigen Rundgang durch das Haus und die Außenbereiche die Situation und Funktion des Gebäudes in der DDR auch die Herausforderungen und Überlegungen während der Wiederherstellung ab 1988 am Bau selbst, anhand der wiederentdeckten und heute ausgestellten Objekte und mit Hilfe von Fotos erklärt und diskutiert.
Eingeladen sind Architektur- und Denkmalschutz-Interessierte jeden Alters, aber auch Schülergruppen, die sich mit der Sichtbarmachung des Noch- sowie Nicht-mehr-Vorhandenen auseinandersetzen möchten.

Dauer: 60 oder 90 Minuten

Kosten:

    • Gebühr pro Führung 60 Minuten deutsch- und fremdsprachig 60 € / ermäßigt 43 €
    • Gebühr pro Führung 90 Minuten deutsch- und fremdsprachig 90 € / ermäßigt 65 €
    • zzgl. Eintritt pro Person 7,00 € / ermäßigt 4,50 € / Schüler*innen im Klassenverband 2 €

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5. Tuet auf die Pforten – für alle, die mehr wissen wollen. Ein Rundgang für Fortgeschrittene.

Dieser Rundgang richtet sich v.a. an diejenigen, die sich in 90 Minuten vertieft sowohl mit den historischen als auch mit den religiösen Besonderheiten des jüdischen Lebens unter der Goldenen Kuppel in der Oranienburger Straße beschäftigen möchten. Es werden sowohl der aktuell genutzte Gebetsraum im Gebäude der historischen Synagoge wie auch die Dauerausstellung „Tuet auf die Pforten“ besucht. Thematisiert wird die Geschichte des Gebäudes seit 1866, während des Nationalsozialismus, in der DDR und nach 1988, die jeweils auch die Situation der jüdischen Gemeinschaft widerspiegelt. Die Neue Synagoge und die benachbarte Hochschule für die Wissenschaft des Judentums waren ein Zentrum des liberalen Judentums am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, der Komponist Louis Lewandowski, der Rabbiner und Religionsphilosoph Abraham Joshua Heschel und der Historiker Herbert A. Strauss wirkten hier. Vorgestellt werden auch die Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde im unmittelbaren Umfeld, wie z.B. das erste Jüdische Museum Berlins und das Gesamtarchiv der deutschen Juden und ihr Missbrauch im Nationalsozialismus. Aber auch über deutsche Erinnerungspolitik, Restitution und neu entstehendes jüdisches Leben in Berlin heute und seine Besonderheiten nach der Shoa kann diskutiert werden.
Ein Stadtspaziergang, der zusätzlich gebucht werden kann, führt zum Leo-Baeck-Haus, dem ehemaligen Sitz der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, zur Gedenktafel für Abraham Geiger, zum alten jüdischen Friedhof an der Großen Hamburger Straße, auf dem Moses Mendelssohn bestattet wurde und der von den Nationalsozialisten als Sammelstelle für die Deportationen genutzt wurde, aber auch zum Mahnmal für den Protest in der Rosenstraße.

Dauer: 90 Minuten

Kosten:

    • Gebühr pro Führung 90 Minuten deutsch- und fremdsprachig 90 € / ermäßigt 65 €
    • zzgl. Eintritt pro Person 7,00 € / ermäßigt 4,50 € / Schüler*innen im Klassenverband 2 €

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6. Spaziergang durch die Spandauer Vorstadt

Zusätzlich zu allen Führungsformaten oder auch einzeln kann ein Spaziergang durch die Umgebung der Neuen Synagoge gebucht werden. Die Spandauer Vorstadt war ein Zentrum jüdischen Lebens in Berlin – und heute kehren jüdische Einrichtungen und Organisationen hierhin zurück. Die Rundgänge werden inhaltlich den thematischen Führungsschwerpunkten angepasst und können an der ehemaligen jüdischen Mädchenschule, dem ehemaligen Kinderheim „Ahawa“, der Synagogengemeinde „Adass Jisroel“, dem Leo-Baeck-Haus und dem alten jüdischen Friedhof an der Großen Hamburger Straße entlangführen. Gedenktafeln und Stolpersteine erzählen die Geschichten von Regina Jonas, der ersten Rabbinerin weltweit, von Cioma Schönhaus, der im Nationalsozialismus für Verfolgte Pässe fälschte und in die Schweiz flüchtete, und von Philipp Kozower, der dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlins angehörte und 1943 mit seiner Frau und drei Kindern nach Theresienstadt deportiert und später in Auschwitz ermordet wurde.
Dauer: 60 Minuten

Kosten:

    • Gebühr pro Führung 60 Minuten deutsch- und fremdsprachig 60 € / ermäßigt 43 €

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Wenn Sie Projekttage an Ihrer Schule, mit Ihren Mitarbeiter*innen oder mit Studierenden zur jüdischen Religion, zu jüdischem Leben in Berlin oder zur Verfolgung der jüdischen Bevölkerung im Nationalsozialismus planen, entwickeln wir gerne gemeinsam mit Ihnen ein individuell abgestimmtes Programm. Wenden Sie sich bitte mit allen Fragen und Ideen an uns.

Außerdem bieten wir Fortbildungen für Multiplikator*innen zur jüdischen Religion und zur Verfolgung im Nationalsozialismus an. Diese richten sich z.B. an Lehrer*innen, Polizist*innen, Sozialarbeiter*innen, Angehörige der öffentlichen Verwaltung und der Bundeswehr. Gerne passen wir die Fortbildungen in Inhalt und Umfang Ihren individuellen Bedürfnissen und Fragestellungen an. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!


info@centrumjudaicum.de

Tel. +49 30 88028-316
Fax: +49 30 88 028-320