Aktuelle Veranstaltungen

Ringvorlesung zur jüdischen Geschichte
09. April bis 02. Juli 2019

zu Ehren von Dr. Dr. h.c. Hermann Simon anlässlich seines 70. Geburtstages

Hermann Simon, der an der Humboldt- Universität als Student und Promovend seinen wissenschaftlichen Weg begonnen hat, war seit ihrer Gründung 1988 bis zum Jahr 2015 Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum. In diesen Jahrzehnten initiierte, kuratierte und leitete er eine Vielzahl von Aus- stellungen zu verschiedensten Themen jüdischer Geschichte in Berlin, er ver- öffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Forschungen und formte die Neue Synagoge Berlin zu einem der bedeutendsten Orte jüdischen Gedächtnisses. Anlässlich seines 70. Geburtstages wird Hermann Simons Lebensleistung auf dem Gebiet der Erforschung und Präsentation jüdischer Lebenswelten mit dieser Vorlesungsreihe gewürdigt.

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23. Mai 2019, 18.00 Uhr
„Sag niemals, das ist dein letzter Weg“
Zeitzeugengespräch mit Tamar Dreifuss

Ort:  Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin
        Großer Saal

Anmeldung:  veranstaltungen [at] stiftung-denkmal.de

Programm

18.00 Uhr Begrüßung Anja Siegemund
18.05 Uhr Grußwort S.E. Darius Jonas Semaska,
—————-Botschafter der Republik Litauen

18.10 Uhr Historische Einführung Uwe Neumärker
18.20 Uhr Gespräch mit Tamar Dreifuss und Shelly Kupferberg

Biografisches:

Tamar Dreifuss wurde 1938 in Wilna geboren. Vor dem zweiten Weltkrieg lebten dort 80.000 Juden, etwa ein Drittel der Bevölkerung. Deshalb wurde die Stadt auch als „Jerusalem Litauens“ bezeichnet. Tamar wuchs bei ihren Eltern auf. Ihre Mutter, Jetta Schapiro, hatte ein kleines Geschäft. Nach dem Beginn des Krieges 1939 flohen viele Menschen in Richtung Osten. So war Wilna im Herbst 1940 eine der größten jüdischen Gemeinden Europas. Die jüdische Familie Schapiro wurde gezwungen, ihre Wohnung in Wilna zu verlassen. Sie fanden Unterkunft in Ponar, einem nahe gelegenen Ort. Hier wurden sie ein Jahr später, nach dem Einmarsch der Deutschen, Zeugen von Massenerschießungen. Zu den Opfern gehörte auch Tamars Großmutter. Später gelangte die Familie auf schwierigen Wegen in das neugeschaffene Ghetto von Wilna und versuchte dort zu überleben. Im September 1943 sah Tamar ihren Vater, Jascha Schapiro, zum letzten Mal. Gemeinsam mit ihrer Mutter wurde sie in einem Viehwaggon in das Durchgangslager Tauroggen deportiert. Wie durch ein Wunder konnte Jetta Schapiro mit ihrer Tochter fliehen: Nach einer angeordneten Gemeinschaftsdusche besorgte sie für sich und Tamar ordentliche Kleidung und passierte mit dem Kind an der Hand selbstbewusst den diensthabenden Wachmann, als seien sie nur Besucherinnen gewesen. Nach der geglückten Flucht brachte die Mutter sich und ihre Tochter als Arbeiterin auf Bauernhöfen durch. Dabei lebte sie in ständiger Angst, als Jüdin erkannt zu werden. Am 13. Juli 1944 wurde Wilna durch die Rote Armee befreit. Tamar und ihre Mutter kehrten dorthin zurück und erfuhren, dass der Vater im KZ ermordet worden war. Jetta Schapiro heiratete nach dem Krieg Siegmund Rosenzweig. Zusammen mit Tamar wanderten sie 1948 nach Israel aus. Dort machte Tamar eine Ausbildung zur Erzieherin. Nach ihrer Heirat im Jahr 1959 zog sie mit ihrem Mann Harry nach Deutschland und arbeitete als Religionslehrerin und Pädagogin. Tamar übersetzte die Lebensgeschichte ihrer Mutter Jetta Schapiro-Rosenzweig aus dem jiddischen Original ins Deutsche. Es wurde unter dem Titel „Sag niemals, das ist dein letzter Weg“ veröffentlicht.

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27. Mai 2019, 18.00 Uhr
Itamar Rabinovich: Jitzchak Rabin
Als Frieden noch möglich schien. – Eine Biographie

Buchvorstellung mit dem Autor
Prof. Dr. Itamar Rabinovich (Tel Aviv)

Moderation: Prof. Dr. Derek Penslar (Harvard)

Anlässlich der Biographie, die Itamar Rabinovich, Weggefährte Rabins
und ehemaliger Präsident der Universität Tel Aviv,
über Jitzchak Rabin
geschrieben hat und die nun im Wallstein Verlag auf Deutsch erscheint.

Bald ein Vierteljahrhundert liegt das Attentat in Tel Aviv zurück, das den
Anfang vom Ende des hoffnungsvoll begonnenen Friedensprozesses im
Nahen Osten bedeutete. Das Opfer, Jitzchak Rabin, hatte als israelischer
Ministerpräsident eine der Hauptrollen in diesem Prozess gespielt.
Er wurde von einem Rechtsextremisten ermordet. Doch Rabins Leben
und Wirken steht in der Geschichte Israels für weit mehr als die Oslo-Prozesse:
In allen Phasen des Staates war Rabin maßgeblicher Akteur,
Itamar Rabinovich in den 1990er Jahren einer von Rabins engen
politischen Weggefährten – sein Botschafter in Washington und
Chefunterhändler mit Syrien. Anschließend wurde der Nahostwissenschaftler
Präsident der Universität Tel Aviv. Als Insider porträtiert er den Staatsmann
und dessen mitunter unkonventionelle Persönlichkeit.

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29. Mai 2019, 18.00 Uhr
Sechs Jahrzehnte forschen über
Shoah und Antisemitismus
-Yehuda Bauer im Gespräch-

Ort: Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum,
Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin, –  Großer Saal

Prof. Dr. Yehuda Bauer ist einer der renommiertesten Forscher über den Holocaust, Genozid und Antisemitismus. 1926 als Martin Bauer in Prag geboren, migrierte er 1939 ins damalige Mandatsgebiet Palästina, war später Mitglied eines Kibbuz und begann daneben seine wissenschaftliche Karriere an der Hebrew University of Jerusalem. Der Gründungsherausgeber der Zeitschrift Holocaust and Genocide Studies leitete das International Centre for Holocaust Studies in Yad Vashem und ist Ehrenvorsitzender der IHRA – International Holocaust Remembrance Alliance. 1998 sprach er bei der Gedenkstunde des Deutschen Bundestags zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, am 27. Januar 2006 vor den Vereinten Nationen. Der Abend widmet sich Yehuda Bauers Lebenswerk sowie seinen aktuellen Forschungsansätzen. Dabei bilanziert und kommentiert Yehuda Bauer seine vielfältigen bahnbrechenden Forschungen, Arbeiten und Initiativen zu Holocaust, Genozid und Antisemitismus auch im Blick auf aktuelle Entwicklungen und Bedrohungslagen: „Es ist nicht wie 1933 – aber gefährlich“.

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Veranstaltungshinweis
2. Juni 2019, 10.00 bis 18.15 Uhr
Studienexkursion „Mendelssohn-Orte in Berlin“
mit Lesung & Konzert
„Ein Sommernachtstraum“.

Die Exkursion führt vom Haus der Berliner Aufklärung
über die Meierei Bartholdy und die Villa Sorgenfrei zu
den I.G. Farben.

Begleitet von einem Team aus vier Historiker/innen und
Stadtführer/innen.

Treffpunkt:
Jüdischer Friedhof, Große Hamburger Str. 26, 10115 Berlin

Weitere Informationen und Anmeldung unter:

E-Mail reservierung@mendelssohn-remise.de

Telefon (030) 817 04 726

In Kooperation mit
der Mendelssohn-Gesellschaft und
dem Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte.

05. Juni 2019, 18.00 Uhr
100 Jahre Zionistisches Zentralarchiv
(Central Zionist Archives, CZA)

Anlässlich seiner Gründung in Berlin im Jahr 1919 und der
Einweihung einer Gedenkstele in der Meinekestraße

Begrüßung:
Dr. Anja Siegemund
Direktorin der Stiftung Neue Synagoe Berlin – Centrum Judaicum

Grußworte:
Avraham Duvdevani, Chairman of the World Zionist Organization
(Jerusalem); 
Dror Morag, Head of the Zionist Enterprises Department (Jerusalem)

Vorträge:
Dr. Yigal Sitry, Director CZA (Jerusalem):

Six facts you did not know about the CZA

Prof. Dr. Julius H. Schoeps,
Direktor Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien (Potsdam)
Alex Bein and the Zionist Central Archives –
Memories of a fatherly friend

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2. Juli 2019 / 18.00 Uhr
Woran anknüpfen, was neu definieren?
Die Berliner jüdische Geschichte wird weitergeschrieben.

Abschlussveranstaltung Ringvorlesung

Ort: Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum
Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin , Großer Saal

Grußwort: Gerry Woop, Staatssekretär für Europa

Podiumsgespräch

mit Alina Gromova, Marion Brasch, Irit Dekel und Atina Grossmann,

Moderation: Jacques Schuster,
Ressortleiter Politik / Chefkommentator WeltN24 GmbH


Einführung:
Anja Siegemund,
Direktorin Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

Resümee:
Hermann Simon,
Gründungsdirektor Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

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Veranstaltungshinweis
29. August / 19.00 Uhr
Morgenstunden.
Mendelssohn-Lektion II

Prof. Dr. Harald Welzer (Berlin / Flensburg):
Mendelssohn-Lektion II

Wer realistisch handeln will, muss utopisch denken!
So lässt sich der Ansatz zusammenfassen, den
Harald Welzer in seinem neuen Buch „Alles könnte anders sein“ formuliert. Wir leben, so Welzer, in der besten Gesellschaft der Menschheitsgeschichte, wenn auch nicht in der „besten aller möglichen“. Es liegt an uns, ihre Möglichkeiten in den Blick zu nehmen und in Freiheit weiterzuentwickeln. Und wir haben alle Chancen dazu. Der Mut zu Freiheit, Vernunft und Toleranz und der Optimismus, der Mensch könne aus sich selbst und seiner Welt das Beste machen – dies zeichnete auch das Denken von Moses Mendelssohn aus. „Morgenstunden. Vorlesungen über das Daseyn Gottes“ hieß 1785 sein letztes Werk. Wir haben Harald Welzer eingeladen, seine „Gesellschaftsutopie für freie Menschen“ vor dem Hintergrund von Mendelssohns Lebensthemen und seiner Leidenschaft für den Dialog weiterzudenken.

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