Veranstaltungen

Buchvorstellung: Monika Schwarz-Friesel & Jehuda Reinharz »Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert«

Mittwoch 6. Februar 2013, 17.00 Uhr

Buchvorstellung: Monika Schwarz-Friesel und Jehuda Reinharz, »Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert«

Wie artikuliert sich im 21. Jahrhundert judenfeindliches Gedankengut? Und wann ist eine Äußerung antisemitisch? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Sprach und Kognitionswissenschaftlerin Monika Schwarz-Friesel und der Historiker Jehuda Reinharz anhand einer datenreichen Untersuchung des aktuellen judenfeindlichen Sprachgebrauchs. Die detaillierte Analyse der diversen Manifestationsformen
von direktem und indirektem Verbal-Antisemitismus zeigt, welche geistigen Konzepte und emotionalen Ressentiments judeophoben Einstellungen zugrundeliegen. Diese äußern sich in uralten Klischees und Verschwörungstheorien ebenso wie in neuen, israelbezogenen Stereotypen. Die Studie zeigt, wie Juden als Juden verbal ausgegrenzt und beleidigt, belehrt, ermahnt und bedroht werden,
und dass judenfeindliche Äußerungen von vielen Menschen artikuliert werden, als hätte es den Holocaust und seine intensive Aufarbeitung nie gegeben.

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Buchvorstellung und Lesung: Katharina Stegelmann: Bleib immer ein Mensch

                  12. Februar 2013, 19 Uhr Buchvorstellung und Lesung: Katharina Stegelmann: Bleib immer ein Mensch. Heinz Drossel. Ein stiller Held 1916 – 2008. Die Spiegel-Redakteurin Katharina Stegelmann erzählt die Geschichte eines Mannes, für den von Jugend an Menschlichkeit über allem stand. Heinz, als einziges Kind des Kaufmanns Paul Drossel und seiner Frau Elfriede in Berlin geboren,  ließ sich durch die NS-Diktatur nicht verbiegen. Bis 1939 studierte er Jura. Im Krieg machte ihn die Folterung und Ermordung von Juden, vor allem die Erschießung eines kleinen Jungen, fassungslos und wütend. Er ließ sowjetische  Kriegsgefangene entkommen und engagierte sich als Verteidiger von straffällig gewordenen deutschen Soldaten vor Kriegsgerichten. Marianne, eine junge Jüdin, bewahrte er 1942 vor dem Selbstmord, und im Januar 1945 organisierte er mit Unterstützung seiner Eltern, die seit der Liquidation ihres  Wäschegeschäfts in Senzig (bei Königs Wusterhausen) wohnten, für Günter Fontheim und drei andere Juden ein Versteck. Drossel scheute kein Risiko, wenn er das Leben anderer gefährdet sah. Marianne wurde 1946 seine Frau, Günter sein bester Freund. Der Neubeginn war schwer. Heinz Drossel erkrankte an Tuberkulose. Sein Vater, 1947 in Senzig zum Bürgermeister gewählt, wollte sich den Maximen der SED nicht unterordnen und wurde wegen „Wirtschaftsvergehen“ zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Marianne blieb in der frühen Bundesrepublik als Jüdin eine Außenseiterin. Mit weiter amtierenden früheren NS-Richtern konnte sich Heinz Drossel nicht arrangieren. Er ließ sich von Westberlin nach Baden-Württemberg versetzen, wo er es zum Präsident des Sozialgerichts in Freiburg brachte. Drossel schwieg lange über seine Taten, verletzt durch die schrecklichen Erlebnisse und die „Nicht-Aufarbeitung“ in der Nachkriegszeit. Der in Ann Arbor/Michigan (USA) lebende Physiker Ernest Günther Fontheim regte die Ehrung von Heinz und dessen Eltern als „Gerechte unter den Völkern“ in Yad Vashem im Jahr 2000 an. Auch mit der Verleihung des  Bundesverdienstkreuzes 2001wurden Drossels Taten als Rettungswiderstand gewürdigt. Der immer bescheiden und warmherzig auftretende Zeitzeuge gab bis zu seinem Tod im Jahr 2008 die Botschaft, die ihm einst sein Vater anlässlich der Kommunion mit auf den Weg gegeben hatte, an Schüler weiter: „Mein Junge, bleib immer ein anständiger Mensch, auch wenn Du mal in Schwierigkeiten kommst.“ Katharina Stegelmann zeigt auch anhand von Bildern und Dokumenten, was Heinz Drossel zu Zivilcourage befähigte und warum die deutsche Gesellschaft Menschen, die Widerstand gegen das NS-Unrechtsregime, gegen den Krieg und gegen die Judenmorde geleistet hatten, erst nach Jahrzehnten ehrte. Programm: Begrüßung: Hermann Simon (Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum) Lesung mit Katharina Stegelmann Gespräch Katharina Stegelmann und Ingo Way (Journalist) Katharina Stegelmann, Bleib immer ein Mensch. Heinz Drossel.  Ein stiller Held 1916─2008. Berlin 2013, 256 S., Aufbau Verlag, 19,99 €

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Wie Kohlestücke in den Flammen des Schreckens« – Zeitzeugengespräch mit Naftali Fürst

24. Januar 2013, 18 Uhr

Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28–30, 10117 Berlin

Naftali Fürst (*1932) wurde 1942 gemeinsam mit seinen Eltern und seinem Bruder aus seiner Heimatstadt, dem slowakischen Pressburg, in das Lager Sered und später nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Anfang 1945 erreichte er nach einem ›Todesmarsch‹ Buchenwald, wo ihn die Frauen des Lagerbordells pflegten. Einige Tage nach der Befreiung fertigte der Amerikaner Harry Miller am 16. April im dortigen ›Kleinen Lager‹, einer Sterbebaracke, eine Fotografie von ausgemergelten Häftlingen an. Dieses Bild, das bereits nach wenigen Tagen um die ganze Welt gegangen war und heute als Bildikone der Befreiung der Lager gilt, zeigt auch den zwölfjährigen Naftali Fürst, der später dazu sagte:»Ich war schon fast auf der anderen Seite.« Er wanderte 1949 nach Israel aus.

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Buchvorstellung: Christoph Kreutzmüller Ausverkauf. Die Vertreibung jüdischer Gewerbetreibender aus Berlin 1933 – 1945

Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Vorstellung des Buches von Christoph Kreutzmüller

„Ausverkauf – Die Vernichtung der jüdischen Gewerbetätigkeit in Berlin 1930-1945“

laden wir herzlich am 20. November 2012, um 19:30 Uhr

in den Großen Saal des Centrum Judaicum ein.

Begrüßung:

Dr. Hermann Simon, Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

Prof. Dr. Michael Wildt, Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert an der Humboldt-Universität zu Berlin

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