Veranstaltungen

23. Mai 2019, 18.00 Uhr
„Sag niemals, das ist dein letzter Weg“
Zeitzeugengespräch mit Tamar Dreifuss

Ort:  Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin
        Großer Saal

Anmeldung:  veranstaltungen [at] stiftung-denkmal.de

Programm

18.00 Uhr Begrüßung Anja Siegemund
18.05 Uhr Grußwort S.E. Darius Jonas Semaska,
—————-Botschafter der Republik Litauen

18.10 Uhr Historische Einführung Uwe Neumärker
18.20 Uhr Gespräch mit Tamar Dreifuss und Shelly Kupferberg

Biografisches:

Tamar Dreifuss wurde 1938 in Wilna geboren. Vor dem zweiten Weltkrieg lebten dort 80.000 Juden, etwa ein Drittel der Bevölkerung. Deshalb wurde die Stadt auch als „Jerusalem Litauens“ bezeichnet. Tamar wuchs bei ihren Eltern auf. Ihre Mutter, Jetta Schapiro, hatte ein kleines Geschäft. Nach dem Beginn des Krieges 1939 flohen viele Menschen in Richtung Osten. So war Wilna im Herbst 1940 eine der größten jüdischen Gemeinden Europas. Die jüdische Familie Schapiro wurde gezwungen, ihre Wohnung in Wilna zu verlassen. Sie fanden Unterkunft in Ponar, einem nahe gelegenen Ort. Hier wurden sie ein Jahr später, nach dem Einmarsch der Deutschen, Zeugen von Massenerschießungen. Zu den Opfern gehörte auch Tamars Großmutter. Später gelangte die Familie auf schwierigen Wegen in das neugeschaffene Ghetto von Wilna und versuchte dort zu überleben. Im September 1943 sah Tamar ihren Vater, Jascha Schapiro, zum letzten Mal. Gemeinsam mit ihrer Mutter wurde sie in einem Viehwaggon in das Durchgangslager Tauroggen deportiert. Wie durch ein Wunder konnte Jetta Schapiro mit ihrer Tochter fliehen: Nach einer angeordneten Gemeinschaftsdusche besorgte sie für sich und Tamar ordentliche Kleidung und passierte mit dem Kind an der Hand selbstbewusst den diensthabenden Wachmann, als seien sie nur Besucherinnen gewesen. Nach der geglückten Flucht brachte die Mutter sich und ihre Tochter als Arbeiterin auf Bauernhöfen durch. Dabei lebte sie in ständiger Angst, als Jüdin erkannt zu werden. Am 13. Juli 1944 wurde Wilna durch die Rote Armee befreit. Tamar und ihre Mutter kehrten dorthin zurück und erfuhren, dass der Vater im KZ ermordet worden war. Jetta Schapiro heiratete nach dem Krieg Siegmund Rosenzweig. Zusammen mit Tamar wanderten sie 1948 nach Israel aus. Dort machte Tamar eine Ausbildung zur Erzieherin. Nach ihrer Heirat im Jahr 1959 zog sie mit ihrem Mann Harry nach Deutschland und arbeitete als Religionslehrerin und Pädagogin. Tamar übersetzte die Lebensgeschichte ihrer Mutter Jetta Schapiro-Rosenzweig aus dem jiddischen Original ins Deutsche. Es wurde unter dem Titel „Sag niemals, das ist dein letzter Weg“ veröffentlicht.

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06. Mai 2019, 17.00 Uhr
„Es war einmal in Jerusalem..“
Präsentation des Begleitbandes und Podiumsdiskussion zur Ausstellung

Gabriella Rosenthal

Es war einmal in Jerusalem

Programm:

17:00 Uhr – „Intro Rabbiner Tovia Ben-Chorin“
17:05 Uhr –  Begrüßung: Dr. Anja Siegemund,
17:10 Uhr –  Zur Ausstellung und zum Begleitband,
————– Dr. Chana Schütz, Kuratorin der Ausstellung,
17:15 Uhr – Podiumsdiskussion:
—————— Dr. Chana Schütz,
—————— Rabbiner Tovia Ben-Chorin,
—————— Atalya Laufer, Künstlerin

18:00 Uhr – Führung durch die Ausstellung mit Rabbiner Ben-Chorin

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Veranstaltungshinweis
Mittwoch, 13. März 2019
Warum können wir nicht ohne Rituale sein?
Von neuen und alten Traditionen

Verlobungsring; Colfosco/Südtirol (heute Italien), 1. Hälfte 19. Jh. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug

Ort:  Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin,
         Arnimallee 25, 14195 Berlin-Dahlem

Inhalt:

Auf dem Podium diskutieren

Dr. Cornelia Kulawik (Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Dahlem),
Marco Fuß (Ihr Hochzeitsplaner. Berlin),

Dr. Chana Schütz
(stellv. Direktorin, Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum) und

Dr. Jane Redlin (Ethnologin und Kuratorin der Ausstellung)

über die emotionale Bedeutung von Hochzeitsritualen. Aus religiöser, historischer
und alltagsweltlicher Perspektive widmen sie sich der Frage, was sich Paare heute
für ihre Hochzeit wünschen und weshalb.

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Montag, 27. Februar 2019
Gedenken an die »Fabrik-Aktion«
und den Protest in der Rosenstraße

Der Initiativkreis und die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im
Berliner Raum laden 
Sie und Ihre Freunde zu der Gedenkveranstaltung am
Mittwoch, den 27. Februar 2019, ein.

Zum Thema
Am 27. Februar 1943 fand die »Fabrik-Aktion« statt, bei der Tausende Jüdinnen und
Juden an 
ihren Zwangsarbeitsstätten verhaftet und anschließend nach Auschwitz
deportiert wurden. 
In Berlin waren auch viele in sogenannter Mischehe Lebende
darunter, die im Sammellager in 
der Rosenstraße 2–4, dem ehemaligen
Wohlfahrtsamt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, 
interniert wurden.
Als ihre Angehörigen erfuhren, wo sie sich befanden, versammelten sie 
sich vor dem Gebäude;
es waren vor allem Frauen und Kinder, die dort tagelang ausharrten – 
bis zur
Freilassung der Festgenommenen.

Am Ende der Gedenkzeremonie werden kleine Steinchen vor der Skulptur von
Ingeborg Hunzinger niedergelegt. Bitte bringen auch Sie einen mit! Herzlichen Dank.
Gedenken an die »Fabrik-Aktion« und den Protest in der Rosenstraße
PROGRAMM

16.00 Uhr
Stilles Gedenken am Mahnmal Große Hamburger Straße, Berlin-Mitte
– El Male Rachamin: Kantor Simon Zkorenblut, Jüdische Gemeinde zu Berlin
– Kaddisch: Rabbiner Jonah Sievers, Jüdische Gemeinde zu Berlin
– Anschließend: Schweigemarsch zur Rosenstraße
16.25 Uhr
Gedenkfeier vor der Skulptur von Ingeborg Hunzinger, Rosenstraße, Berlin-Mitte
– Gedenkode: Kantorin Esther Hirsch, Synagoge Sukkat Schalom
– Begrüßung: Prof. Dr. Johannes Tuchel, Mitglied der Ständigen Konferenz und
Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

– Gedenkwort: Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags
– Merkwort: Dr. Mario Offenberg, Israelitische Synagogen-Gemeinde
(Adass Jisroel) zu Berlin

– Hebräischer Gebetsgesang: Rabbinerin Gesa S. Ederberg,
Jüdische Gemeinde zu Berlin

– Kaddisch: Esther Hirsch, Synagoge Sukkat Schalom

Musikalische Umrahmung durch den Chor des Moses-Mendelssohn-Gymnasiums

17.00 Uhr
Drei Generationen im Gespräch: Großmutter und Zeitzeugin
Dr. Helga Christoph mit ihrer Tochter und ihrer Enkelin,
im Instituto Cervantes, Rosenstraße 18, Berlin-Mitte
Im Instituto Cervantes stehen warme Getränke bereit.

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11. Februar 2019, 18.30 Uhr
Staatsangehörigkeiten als politische Herausforderung 1938-2018

Podiumsdiskussion

Im Oktober 1938 wurden ca. 17 000 Jüdinnen und Juden verhaftet und nach Polen abgeschoben. Sie hatten oft bereits jahrzehntelang in Deutschland gelebt, doch besaßen sie die polnische Staatsangehörigkeit. An der deutsch-polnischen Grenze verharrten sie monatelang in improvisierten Notunterkünften. Nur wenige von ihnen konnten emigrieren, die meisten gerieten nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Fänge der Besatzer. Viele wurden in den Ghettos und Lagern ermordet.

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31. Januar 2019, 18.00 Uhr
Filmvorführung und Podiumsdiskussion
Geheimnisvolle Orte:
Die Synagoge mit der goldenen Kuppel

Für die Reihe „Geheimnisvolle Orte“ des rbb entstand 2018 ein Dokumentarfilm über die Neue Synagoge Berlin, von der Einweihung im Jahr 1866 über die NS-Zeit bis hin zum teilweisen Wiederaufbau des Gebäudes ab Ende der 1980er Jahre. Der Film erzählt von der Synagoge als Symbol für das Selbstbewusstsein der jüdischen Gemeinschaft, deren Größe und Pracht von Antisemiten als Provokation empfunden wurde. Er erzählt von der Pogromnacht am 9. November 1938, als ein preußischer Polizeibeamter die Synagoge vor dem Feuer rettete. 1943 wurden dann große Teile des Gebäudes in einer Bombennacht zerstört. 1988 wurde die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum gegründet, die die Fassade und den vorderen Gebäudeteil restaurierte sowie die Kuppel wiedererrichtete und in den restaurierten Räumen das Museum zur Geschichte der Neuen Synagoge – und zu Berliner jüdischer Geschichte – einrichtete.

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Veranstaltungshinweis
29. Januar 2019, 19.30 Uhr
Filmvorführung – Schwarzer Honig.
Das Leben und die Poesie des Abraham Sutzkever


Ort: 
KinoHackesche Höfe / Rosenthaler Str. 40-41, 10178 Berlin

Inhalt:

Kindheit in Sibirien, das Ghetto in Wilna überlebt, von Stalin zum Zeugen in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen berufen, in Tel Aviv Anwalt des Jiddischen als Literatursprache – die Biografie des Schriftstellers Abraham Sutzkever ist paradigmatisch für die schicksalhafte Geschichte Osteuropas und der osteuropäischen Juden. Die beeindruckende, mahnende Lebensgeschichte eines Mannes, der als Künstler aufwuchs und in den Überlebenskampf gezwungen wurde. Der aktuelle Film des israelischen Kultregisseurs Uri Barbash portraitiert einen Menschen, dem die innere Kraft der Poesie allen Schicksalsschlägen zum Trotz zum Überlebenswerkzeug wurde.

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Veranstaltungshinweis
06. Februar 2019, 19.00 Uhr
Ephraim-Veitel-Soireé
„… Ein schönes Haus aus Friderizianischer Zeit“

Ort:

Museum Ephraim-Palais, Poststraße 16, 10178 Berlin

Vortrag, Lesung, Musik und Gespräch

Inhalt:

Die Ephraim Veitel Stiftung zur Förderung jüdischen Lebens in Deutschland feiert ihren 220. Geburtstag. Aus diesem Anlass steht das von dem preußisch jüdischen Hofjuwelier Veitel Heine Ephraim erbaute Ephraim-Palais im Mittelpunkt des Abends. Dr. Nele Güntheroth vom Stadtmuseum Berlin führt in einem Vortrag durch die Geschichte und Architektur des Hauses. Dazu gibt es Lesungen aus Literatur und Musik seiner Entstehungszeit.

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11. Dezember 2019 / 18.00 Uhr
Jüdisch Literarisches Rondeel

Start einer neuen Reihe

Thema: Das Schreiben der eigenen Familienbiographie


Zu Gast:
Maxim Leo: „Wo wir zu Hause sind“. Die Geschichte meiner verschwundenen Familie.

In seinem „großen Lebensroman“ (Martin Doerry, Literaturspiegel) spürt Maxim Leo der Geschichte seiner weitverzweigten jüdischen Familie nach, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde. Auf der Suche nach dieser Vergangenheit entdeckt er eine Zusammengehörigkeit, die keine Grenzen kennt. Und auch seine Cousins und Cousinen spüren eine seltsame Verbindung zu ihrer verlorenen Heimat. Es zieht sie zurück nach Berlin, in die Stadt ihrer Vorfahren, die sie neu entdecken und erfahren.

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Veranstaltungshinweis
15. Dezember 2019 / 11.00 –13.00 Uhr
Der Aufstand gegen die Nazigeneration
[1967–1968]

Aus der Reihe:
Der Skandal als vorlauter Bote.
Die großen deutschen Geschichtsdebatten 1956 bis 2014

Zwei Jahrzehnte nach dem Ende des „Dritten Reiches“ stellte ein Aufstand der Generation, die erst im Krieg oder kurz danach geboren worden war, das Verhalten der eigenen Eltern ab 1933 wie deren Umgang damit nach dem 8. Mai 1945 radikal in Frage. Hatten die Eltern ihre Nachkriegsidentität durch Auslöschung der Nazizeit aus der Erinnerung gewonnen, so begründeten ihre Söhne und Töchter eine neue Identität, indem sie die Verbrechen des NS-Regimes und deren Leugnung nach dem Krieg zum Angelpunkt der deutschen Geschichte erklärten und die Kritik daran zur Bedingung für das Entstehen einer demokratischen Kultur in der BRD machten. Der Historiker Saul Friedländer hat diesen Epochenbruch wie dessen Akteure präzise benannt: „Die Studenten stellten zum ersten Mal die Frage: ‚Wo warst du, Vater?‛“ // Film von Hannes Heer, WDR 1988.

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