Veranstaltungsarchiv

Dienstag 10. Dezember 2013
„Wir haben es doch erlebt…“ Das Ghetto von Riga
Film-Tour 2013-Abschlussveranstaltung

Schirmherr: Wolfgang Tiefensee, Vorsitzender des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie.

Rund 25.000 Juden aus dem Deutschen Reich wurden während des Zweiten Weltkriegs nach Riga, im von deutschen Truppen besetzten Lettland, verschleppt. Zwischen November 1941 und Oktober 1942 fuhren 25 Züge aus 14 Städten nach Riga – darunter acht Züge mit 8.251 Juden aus Berlin. Unmittelbar zuvor waren die bis dahin im Ghetto von Riga internierten ca. 27.000 lettischen Juden und Jüdinnen in einem Massaker ermordet worden, um Platz für die Neuankömmlinge aus Deutschland zu schaffen. Auch Tausende Deportierte aus dem Deutschen Reich wurden direkt nach der Ankunft erschossen. Diejenigen, die das Ghetto lebend erreichten, mussten ein Martyrium erleiden, an dessen Ende auf die meisten Menschen ebenfalls der Tod wartete.

Der Filmemacher Jürgen Hobrecht hat über 15 Jahre lang die Spuren der mit dem Namen Riga verbundenen Verbrechen und die mit ihnen verbundenen Schicksale recherchiert. Seine erschütternde Dokumentation begibt sich an die Orte des Geschehens in Lettland, zeigt aber auch, wie akribisch die Deportationen in Deutschland vorbereitet wurden.

Nach über 30 Veranstaltungen mit mehr als 2.600 Zuschauern, darunter in 13 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit, fand die erste bundesweite Vorstellungstour des Films am 10. Dezember ihren Abschluss. Getragen wurde die Film-Tour vom Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und den Mitgliedsstädten des Deutschen Riga-Komitees. Die Phönix Medienakademie e.V. verwendete die Einnahmen aus den Vorführungen für die Unterstützung eines Hilfsfonds für lettische Holocaust-Überlebende und für weitere Recherchen – Jürgen Hobrecht: „Ich will wissen, wer am 22.10.1941 in Riga die 10-jährige Ruth Fuß und ihre 11-jährige Schwester Thea aus Berlin erschossen hat.“

„Weltweit der erste Film, der das Schicksal der nach Riga verschleppten Juden aus dem Deutschen Reich und der das Leiden der lettischen Gefangenen des Ghettos darstellt. – Zudem thematisiert der Film die Verfolgung der lettischen HolocaustÜberlebenden unter der Sowjetherrschaft.“

Winfried Nachtwei, Bündnis90/Die Grünen, Doyen der Erinnerungsarbeit an das Ghetto Riga

„Wenn Riga endlich seinen Platz in unserer Erinnerungslandschaft gefunden hat, dann ist es diesem Film zu danken.“

Dirk Sager, TV-Journalist

„Die Dokumentation ist ein erschütternder Beitrag zur Aufbereitung der deutschen und lettischen Geschichte. Was die Menschen erleiden mussten, können wir dank Jürgen Hobrechts Dokumentation erahnen.“

Georg Rosenthal, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg

Ausschnitte aus dem Film:

www.phoenix-medienakademie.com/riga

Comments are closed.